| Sterilisation |
Unter Sterilisation versteht man einen operativen Eingriff, mit dem Ziel der Unfruchtbarkeit. Dieser Eingriff kann sowohl beim Mann als auch bei der Frau erfolgen. Ziel ist es, die Eileiter so zu verändern, dass sie dauerhaft keinen Transportweg für Samenzellen und Eizellen darstellen. Eine Sterilisation ist ein Eingriff, der so angelegt ist, dass er nicht rückgängig gemacht werden kann. Im Gegensatz dazu werden bei der Kastration die Geschlechtsdrüsen ausgeschaltet bzw. entfernt. Neben der fehlenden Produktion der Eizellen würden dann auch keine Geschlechtshormone produziert. Eine Frau würde sich also schlagartig in den Wechseljahren befinden.
Gründe für eine Sterilisation- Die Familienplanung ist endgültig abgeschlossen. AblaufBei einer Sterilisation wird durch eine Operation der Weg durch die Eileiter unterbrochen. Die Operation kann stationär durchgeführt werden, wird aber meist ambulant vorgenommen. In den meisten Fällen wird die Sterilisation mittels Bauchspiegelung durchgeführt. Dafür ist immer eine Vollnarkose nötig. Die Eileiterunterbrechung kann aber auch im Rahmen einer anderen Bauchoperation erfolgen. Häufig ist dies im Rahmen eines Kaiserschnittes. Dabei sollte die Entscheidung aber bereits vorher nach reiflicher Überlegung gefallen sein. Methoden der Sterilisation per Bauchspiegelung
Sicherheit der Methoden Die Sicherheit einer Verhütungsmethode wird mit dem Pearl-Index angegeben. Beim Pearl-Index handelt es sich um einen Wert, der meist aus großen Untersuchungen errechnet wird. Wenn 100 Frauen ein Jahr lang verhüten und Eine von ihnen ungewollt schwanger wird, entspricht das dem Pearl-Index von 1,0. Der Pearl-Index bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr ohne Anwendung jeglicher Verhütungsmethoden liegt bei 80. Der Pearl-Index der Sterilisation liegt zwischen 0,2 und 5,4. Die Sicherheit ist sowohl von der gewählten Methode als auch dem Alter der Patientin abhängig. Folge und KomplikationenDie Sterilisation hat bei einer korrekten Ausführung keine Auswirkungen auf den Hormonhaushalt, den Menstruationszyklus oder das Sexualverhalten der Frau. Der Eisprung findet weiterhin statt. Die Eizelle gelangt aus dem Eierstock in die Bauchhöhle und wird dort resorbiert. Spermien gelangen nur bis an die verschlossene Stelle im Eileiter. Die Monatsblutung findet weiterhin statt. Die sexuelle Erlebnisfähigkeit verändert sich nicht. Im Verlauf der Operation können Komplikationen auftreten, wie Narkosezwischenfälle, innere Blutung, Verletzung des Darms. Diese möglichen Komplikationen sind eher der Bauchspiegelung geschuldet als der Sterilisation an sich. Es ist wichtig zu wissen, dass diese Methode keine 100%ige Sicherheit bietet. Sogenannte Sterilisationsversager, also eingetretene Schwangerschaften trotz sorgfältig durchgeführtem Eingriff, zeigen sich nicht selten als Eileiterschwangerschaften. Die Risiken finden sie in dem entsprechenden Kapitel . Der Weg zurückEs soll davon ausgegangen werden, dass die Sterilisation nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Auch wenn der Entschluss zur Sterilisation reiflich überlebt war, gibt es doch immer wieder Änderungen in der Lebensplanung, wie der Verlust eines Kindes oder des Partners. Häufig führt die neue Lebenssituation dann auch zu dem Wunsch nach einem eigenen Kind. Ganz ausgeschlossen ist dies bei entfernten Eileitern. Deutlich erschwert und aufwendig ist eine sogenannte Refertilisierung. Dabei wird der zerstörte Teil der Eileiter entfernt und die gesunden Enden wieder verbunden. In einigen Zentren wird dieser Eingriff auch per Bauchspiegelung durchgeführt. Die Erfolgschancen liegen im gleichen Bereich, wie bei einer IVF-Behandlung. Wird ein solcher Eingriff geplant, sind neben der Untersuchung des Partners auch an eine Kostenübernahmeerklärung der Krankenkasse zu denken, um unliebsame Überraschungen zu vermeiden. Zahlt die Krankenkasse den Eingriff nicht, muss er selber getragen werden. Sie sollten sich dann vor der Operation erkundigen, welche Kosten anfallen. Eine intensive Aufklärung und Beratung durch den Frauenarzt ist daher wesentliche Voraussetzung für den Entschluss, sich sterilisieren zu lassen. Kurzfristige Entscheidungen, die noch dazu eher emotional als rational getroffen werden, können später auch zu psychischen Problemen führen. Eine gleichzeitige Sterilisation in Verbindung mit anderen Eingriffen, wie z.B. dem Kaiserschnitt oder einem Schwangerschaftsabbruch ist in der Regel nicht zu empfehlen, wenn sie nicht schon länger geplant war. Eine Sterilisation ist bei Frauen, die ihre Familienplanung abgeschlossen haben und über ein entsprechendes Alter verfügen, eine sichere Möglichkeit der Schwangerschaftsverhütung.
Vor- und NachteileVorteile
Nachteile
Warum nicht ER?Bei der weiteren Familienplanung, auch wenn sie abgeschlossen werden soll, sollte der Partner mit einbezogen sein. Es sollte daher auch überlegt werden, ob sich die Frau oder der Mann sterilisieren lässt. Dabei sind sicher viele, individuelle Kriterien wie das Lebensalter der Partner, eventuelle Erkrankungen und die Unterschiedliche seelische Belastbarkeit zu berücksichtigen. In Deutschland sind ca. 1,45 Millionen Frauen <8 % aller Frauen im reproduktionsfähigen Alter> sterilisiert, im Vergleich dazu nur 450000 sterilisierte Männer obwohl beim Mann eine Sterilisation einfacher durchzuführen ist, als bei einer Frau. Eine Sterilisation beim Mann wird Vasektomie genannt. Sie wird meist ambulant in örtlicher Betäubung durchgeführt und dauert ungefähr 30 Minuten. AblaufMit einem kleinen Hautschnitt werden die Samenleiter dort freigelegt, wo sie von den Hoden in den Penis übergehen. Die Samenleiter werden unterbunden bzw. verschweißt und ein kleines Stück entfernt. Dann wird die Haut darüber wieder verschlossen. Sicherheit der MethodenDer gewünschte Effekt der Unfruchtbarkeit tritt nicht sofort nach dem Eingriff ein. Es ist daher ratsam vorerst konventionell zu verhüten. Nach einer Kontrolle kann die volle Zeugungsunfähigkeit bestätigt werden und weitere Maßnahmen zur Verhütung sind dann nicht mehr notwendig. VorteileDa es sich nur um einen kleinen chirurgischen Eingriff handelt, sind die Risiken deutlich geringer. Ambulant und in örtlicher Betäubung möglich. Potenz und Fähigkeit zum Orgasmus bleiben vom Eingriff unberührt. NachteileNicht wieder rückgängig zu machen. Einwilligung ohne vorheriges sorgfältiges Abwägen kann zu seelischen Problemen führen.
|

Unter Sterilisation versteht man einen operativen Eingriff, mit dem Ziel der Unfruchtbarkeit. Dieser Eingriff kann sowohl beim Mann als auch bei der Frau erfolgen. Ziel ist es, die Eileiter so zu verändern, dass sie dauerhaft keinen Transportweg für Samenzellen und Eizellen darstellen. Eine Sterilisation ist ein Eingriff, der so angelegt ist, dass er nicht rückgängig gemacht werden kann. Im Gegensatz dazu werden bei der Kastration die Geschlechtsdrüsen ausgeschaltet bzw. entfernt. Neben der fehlenden Produktion der Eizellen würden dann auch keine Geschlechtshormone produziert. Eine Frau würde sich also schlagartig in den Wechseljahren befinden.

RSS Feed abonnieren